Donnerstag, 30. Dezember 2010

Lightning Talks

Die meisten Formate auf dem 27c3 sind reine Lectures, mit Leuten, die mehr oder weniger gut im Vortragen sind, wobei man sagen muss, dass die meisten ganz hervorragend sind, und oft unglaublich komisch. Dazwischen gestreut sind aber auch andere Formate - Jahresrückblicke von einer Gruppe von Leuten, eine Podiumsdiskussion, die Live über Deutschlandfunk übertragen wurde, ein Hörspiel zu Stanislaw Lem, eine Jeopardy Runde. Das absolut geilste Format aber sind die Lightning Talks. Four Minutes of Fame und genau das ist es auch, eine Art Open Mike for Geeks, und ich bin begeistert. Unglaubliche Leute kommen für vier Minuten auf die Bühne, um ein Projekt, eine Idee, ein Problem, ein Programm vorzustellen, und moderiert wird das Ganze dann vom sehr lässigen Nick Farr. Wirklich, wirklich abgefahren. Alle Informationen dazu gibts hier.

Ich sehe eine Erlebnisgeschichte von Nacktscannern und dem Versuch, eine Flasche Orangensaft als medizinische Notwendigkeit zu klassifizieren, die Idee das Internet neu zu erfinden oder dezentralisierte DNS Server aufzubauen, einen Typ, der Schlüssel für alle hat, Informationen zum Bau einer Device, das alle Fernseher ausschalten kann, prominente und peinliche SAP Bugs, einen schnellsprechenden Schotten, der ein SMS Port Scanner Service anbieten will, einen zu Unkenntnis vermummten Typen, der kein Wort spricht, uns aber zeigt, wie Wikileaks geschwind kopiert und verbreitet werden kann, einer 3D Modellingsoftware, einem Laserschneider und das erfolgreiche Abfeueren einer Salami. Lustige, nerdige Sachen.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Projekt 2010: Musik - done


Irgendwie habe ich ja bei dem Musikprojekt von vorneherein geahnt, dass es etwas schwieriger zu handeln wird als das Kirchenprojekt. Eines der Probleme war, dass es relativ Buchbasiert war (ohne ein Buchprojekt zu sein), und damit in Konkurrenz zu einem meiner liebsten Freitzeitdinge. Leider habe ich es auch bei weitem nicht geschafft, zu lesen, was ich für die einzelnen Musiker rausgesucht habe - und so blieb schon im Januar viel liegen. Ein anderes Problem war sicher, dass ich mit dem ersten großen Stolperstein, Arnold Schönberg, auch etwas raus war. Ich glaube zwar inzwischen, dass ich vielleicht doch verstanden habe, was die Zwölftonmusik sein könnte, aber bin mir nicht sicher, ob ich sie erkenne würde, wenn sie mir ins Gesicht brüllte. So folgte auf Schönberg ein großes Loch, das ich dann irgendwann beschloss, ein Loch sein zu lassen, und auf Jazz umzuschwenken, was mir aber schwieriger fiel als gedacht, und damit war dann endgültig bisschen der Wurm drin. Da ich mich sonst nichts anderes hören lassen wollte, habe ich dann letztenendes schlicht nicht mehr viel Musik gehört, bis ich mir dachte, das ist auch bescheuert, und die Regel aufgeweicht habe. Leider auch habe ich noch in keinem Jahr so wenig Glück mit Konzerten oder erworbenen Konzertkarten gehabt, die ich verkaufen oder verfallen lassen musste. Und die Kirsche auf dem Projekt, vielleicht mal ein (klassisches) Konzert zu einem der Musiker zu hören, konnte ich leider nicht umsetzen, auch wenn ich bisschen in die Richtung gekuckt habe. Wobei mir gerade einfällt, dass das auch nicht ganz stimmt, immerhin war ich ja auf meinem ersten Jazz-Konzert!
Ich will nicht ganz zulassen, das Projekt als gescheitert zu betrachten - und das nicht nur, weil ich mir mit dem Projektkonzept eigentlich ohnehin eine reine Win-Situation geschaffen habe. Denn ganz konkret: Was habe ich gewonnen? Debussy, als geruhsame Basis, und zwar ziemlich komplett. Strawinsky, in purer Begeisterung, und mit ihm den Sacre, was als eines der wichtigsten Musikkreationen des 20. Jahrhunderts gelten muss. Erste Schnupperstunden in den Jazz hinein. Basiswerke für Jazz und Musik des 20. Jahrhunderts. Die Gewissheit, dass Oper *wirklich* absolut nichts für mich ist. Einsichten in Neue Musik, Ennio Morricone und Filmmusik. Insgesamt, auch wenn es aus dem eigentlichen Projektrahmen rausfiel, habe ich mir ein paar Sachen angesehen, die ich sonst nicht angesehen hätte - die Filmmusik-Reihe im Uni-Kino, den Gainsbourg Film oder den Akustik-Vortrag auf dem 27c3 Kongress. Und nicht zuletzt habe ich seit Jahren zum ersten Mal wieder eine Gitarre in der Hand gehalten und den Grundstein dazu gelegt, das in Zukunft auch noch etwas öfter zu tun. Da ich beim Umriss des Projektes nie auch nur daran gedacht hatte, das Ganze auch praktisch anzugehen, nicht nur theoretisch, ist das die größter Überraschung, die ich mir selber gemacht habe. Passt.

Montag, 27. Dezember 2010

Musikprojekt meets Hackerkongress

"Wenn Netzneutralität meint, dass alle Pakete gleich behandelt werden, dann klingt das erstmal gut. Hierzu bitte mal Dodekaphonie googlen: Zwölftonmusik, da werden auch alle zwölf Töne gleich behandelt. Klingt nur meistens Scheiße."

- Andreas Bogk, 'Netzneutralität und Quality of Service - ein Widerspruch?', Podiumsdiskussion 27C3

we come in peace

Morgens mit Alex die Berliner WG auf dem Weg zum 27C3 verlassend bin ich beim Anblick der U-Bahn-Station (Eberswalder Straße) erstmal verwundert stehen geblieben. In Berlin habe ich ja - wie ehrlicherweise eigentlich in jeder Stadt - so gar keinen Plan, trotz dem netten Kühlschrankmagneten mit den Stadtteil-umrissen, der in einem von Romys Wunderpaketen war und ganz lange eben unseren Kühlschrank zierte. Aber an der Eberswalder Straße war ich schon mal, und zwar länger, das weiß ich, auch wenn ich mir nicht mehr ganz sicher bin, ob Meli damals da gewohnt hat, oder ob es in irgendeinem Lena-Kontext war.
Ich komme nicht umhin, mir dann auch zu überlegen, dass ich das lustig fände, wenn man das vorher schon wissen würde; quasi die Kurzeinblendung sechs oder sieben Jahren vorher von mir sechs oder sieben Jahren später, an der gleichen Ecke aber mit einem ganz anderen Ziel und Leben und Hintergrund.
Ganz anders? Noch früher, so Ende der Neunziger, und wahrscheinlich im Kontext des deutschen Films 23 habe ich das erstemal vom Chaos Computer Club gehört, und war natürlich in absoluter Bewunderung. Nerdige Leute, Alleskönner am Computer, Geheimnisträger; da zeitgleich auch oft Verschwörungsfanatiker ist man ohnehin sofort in der Illuminatisphäre des Mysteriösen. Und wie so viel, was irgendwann ganz weit weg scheint, einen aber interessiert, kann auch der CCC nahe kommen. Vorspulen und schon bin ich Teilnehmer des jährlichen Chaos Communications Congress. Sauber.
Ganz andere Sachen sind dann auch oft ganz anders anders als man gedacht hatte, dass sie wären (außer sie sind dann normal). Hier meint das, dass natürlich schwarze Kaputzenpullis, männliche Pferdeschwänze, niedrige Frauenquote vertreten sind und überall Menschen vor Rechnern hocken und Sachen blinken (jetzt gerade, rechts neben mir eine Wand aus weißen Ikea-Boxen). Neben den Klischees vertreten aber natürlich auch Frauen, auch gut aussehende, auch über Sechzigjährige, auch sportlich aussehende Männer, auch mit iPad, auch in Anzug, auch mit Kurzhaarfrisur, und ich, auf dem google-Bloggerdienst bloggend, mittels Netbook mit Windows-Betreibssystem und ohne "mobiles, internetfähiges Endgerät".
Was mich allerdings, da weder Klischee noch die Regel bestätigende Ausnahme, wirklich überrascht und auch beeindruckt hat, ist die friedliche Professionalität, die im Mindesten durch den Redner der Keynote, Rop Gonggrijp, vertreten ist. Ja, die für Hacker wichtigen Themen sind da und die Standpunkte werden vehement vertreten. Aber dass es nicht um "wir gegen die" geht, sondern um das Klarmachen von Problematiken, die Hacker halt besser klar machen können, um eine Aufklärungspflicht und um Lösungen, die gemeinsam gefunden werden, und das selbstredend ist schon stark. Schön auch, dass das tatsächlich die Einstellung ist, die beim Großteil vertreten zu sein scheint.

Samstag, 25. Dezember 2010

Projekt 2011: James Bond

Eigentlich über Sport nachgedacht, da gabs wieder das Amazon-Angebot der vollständigen James Bond Box, und nachdem das nächste Jahr ohnehin so stressig wird, und ich da irgendwie auch Bock drauf habe, ist es nun das geworden. Gut so! Regeln mehr als einfach; Minimalziel: Alle Filme kucken, dazu einige der Hauptmerkmale vergleichend bloggen. Hinzu kann dann noch was will kommen, Bücher lesen, Orte besuchen, Hintergrund, Dokus, Musik. Was auch immer - 22 Filme in einem Jahr, das sollte abendfüllend sein, und wenn mich nicht alles täuscht, kommt ein neuer Bond auch nächstes Jahr ins Kino. 1) Dr. No (1962) / Sean Connery - Terence Young 2) From Russia with Love (1963) / Sean Connery - Terence Young 3) Goldfinger (1964) / Sean Connery - Guy Hamilton 4) Thunderball (1965) / Sean Connery - Terence Young 5) You Only Live Twice (1967) / Sean Connery - Lewis Gilbert 6) On Her Majesty's Secret Service (1969) / George Lazenby - Peter R. Hunt 7) Diamonds Are Forever (1971) / Sean Connery - Guy Hamilton 8) Live and Let Die (1973) / Roger Moore - Guy Hamilton 9) The Man with the Golden Gun (1974) / Roger Moore - Guy Hamilton 10) The Spy Who Loved Me (1977) / Roger Moore - Lewis Gilbert 11) Moonraker (1979) / Roger Moore - Lewis Gilbert 12) For Your Eyes Only (1981) / Roger Moore - John Glen 13) Octopussy (1983) / Roger Moore - John Glen 14) A View to a Kill (1985) / Roger Moore - John Glen 15) The Living Daylights (1987) / Timothy Dalton - John Glen 16) Licence to Kill (1989) / Timothy Dalton - John Glen 17) GoldenEye (1995) / Pierce Brosnan - Martin Campbell 18) Tomorrow Never Dies (1997) / Pierce Brosnan - Roger Spottiswoode 19) The World Is Not Enough (1999) / Pierce Brosnan - Michael Apted 20) Die Another Day (2002) / Pierce Brosnan - Lee Tamahori 21) Casino Royale (2006) / Daniel Craig - Martin Campbell 22) Quantum of Solace (2008) / Daniel Craig - Marc Forster Nachtrag: Gerade nochmal grundrecherchiert; es gibt noch drei zusätzliche James Bond Filme, ein quasi regulärer mit Sean Connery, der nur nicht innerhalb der Produzentensphäre entstanden ist und deshalb kein Recht auf die Logos und Co hat; und zwei Verfilmungen von Casino Royal, eine davon humoristischer Natur, ein Fernsehfilm. Letzerer ist nicht erhältlich, die beiden anderen habe ich jetzt noch zusätzlich besorgt: 0) Casino Royale (1954) / TV Episode, Barry Nelson - William H. Brown Jr. 5a) Casino Royale (1967) / David Niven - Ken Hughes et al. 13a) Never Say Never Again (1983) / Sean Connery - Irvin Kershner

Mittwoch, 22. Dezember 2010

2010 erfragt

"Und du stehst da. Eine Hand in der Tasche wie im letzten Jahr und nem Lächeln, das früher mal schöner war, stehst du da."

Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Und zwar zu deutlich, wie ich finde.

Haare länger oder kürzer?
Länger wohl. Und sagenhafte zweimal beim Friseur gewesen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Die Frage war letztes Jahr schon unnötig. Keine Ahnung.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Nachdem alle Anschaffungen letztenendes bezuschusst wurden - weniger.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Oder auch: gar nicht. Das muss sich ändern, sonst dreh ich noch am Rad.

Der hirnrissigste Plan?
Zu versuchen, immer noch Projektenden zu erreichen, nachdem die zugewiesene Zeit um dreiviertel gekürzt wurde bei unfertiger oder unzureichend entwickeltem Produkt. Vielleicht doch: Einfach mal den Karren an die Wand fahren lassen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Vielleicht das Tropfsteinhöhlenklettern auf Sansibar? Oder doch: sich einzulassen in der Arbeit und sonstwo?

Die teuerste Anschaffung?
Wäre dieser Schrank, wenn nicht Andrés Eltern das jetzt übernehmen würden. Dann bliebe noch der neue Fernseher, zur WM gekauft, von dem Andrés Eltern dann aber etwa fünf sechstel übernommen haben, ähem. Zählt der Tansania Urlaub als Anschaffung? Aber auch dieser balanciert durch Reisezuschüsse von meiner Mutter, Andrés Eltern und dem Verlobungsgeld von meiner Mutter. Ach je. Kumuliert ists dann sicher bald die neue Ökokiste, die gut 20 EUR die Woche kostest und die wir ganz wirklich ganz vollständig selber zahlen.

Das leckerste Essen?
Die Ökokiste, definitiv. Mango, Rote Beete, Chicoree, Orangen, Kürbis, ein echter Traum. Daraus dann die Kürbiscremesuppe von Andrés Mutter, diverse Salade Nicoise und Ofengemüse ohne Couscouss oder Harissa-Dressing à la Kaltmamsell. Die Chili-Fries in Dallas im Snuffers waren bemerkenswert, auch das thailändische Essen an Andrés Geburtstag in Sprockhövel mit seinen Eltern, gutes Brot mit gutem Käse bei Romy (oder uns), das Essen der Matembezi-Gang in Tansania ganz allgemein, und vielleicht noch die Suppenvorspeise mit Gambas (sic!) auf Paul und Ramonas Hochzeit oder die asiatischen Vorspeisen auf Torre und Jannis Hochzeit. Aber auch dafür muss ich überlegen, denn an wirklich gutes Essen gehen oder ein absolutes Highlight erinnere ich mich nicht. Schade.

Das beeindruckendste Buch?
Auch die großen Lesehighlights des Jahres haben gefehlt. Kerouacs 'On the Road' und Fontanes 'Effie Briest' stechen hervor, auch Thomas Manns 'Doktor Faustus', an dem ich jetzt noch lese, aber so richtig? Zu Ende des Jahres hat nochmal die Begeisterung für George R. R. Martins 'A Song of Ice and Fire' Reihe dominiert, also vielleicht das, das zweite Buch des dritten Teils, oder auch die Verstrickungen und Gedanken, die sich beim Lesen von dieser Fanseite auftun.

Der ergreifendste Film?
'Metropolis', 'Das Boot'. Da ging sich das Jahr noch gut an. Im Kino selbst war 'Up in the Air' das absolute Highlight, dicht gefolgt von 'A Single Man'. Und von den wirklich guten von Lovefilm geliehenen lässt sich diese Reihe bilden: 'The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford', 'In the Vallex of Elah', 'Im Winter ein Jahr', 'Wo die Wilden Kerle wohnen'. Und dann die Musikfilme, vor allem 'Once Upon A Time in the West' und 'Fantasia (2000)'.

Wenn ich noch eine eigene Reihe bilden darf für die Theaterstücke? Das herzerfreuendste mit Sicherheit die Lesung im Marstall von 'Meister und Margarita', und richtig Spaß gemacht hat auch noch Shakespeares Viel Lärm um Nichts.

Die beste CD?
Insgesamt eh nicht viele dieses Jahr. Beeindruckend sicherlich Boulez Aufnahme von Strawinskys 'Le Sacre du printemps'. Oder auch Boulez Debussy dirigierend, besonders die ersten zwei CDs.

Ansonsten auf jeden Fall The Nationals 'High Violet'. Zu Marit Larsens Under the surface habe ich seit langer Zeit mal wieder selber Gitarre gespielt. Lang begleite hat mich ja außerdem noch Lacher und Schmidt: 'Von der Liebe und anderen Absonderlichkeiten'. Ein seltsames Musikjahr, ob wohl trotz oder wegen des Projekts?

Das schönste Konzert?
Kaum. Am ehesten wohl Arcade Fire im Zenith am 28. November. Auch musste ich vor diesem Jahr noch nie Konzertkarten verfallen lassen oder verkaufen. Auch hier: Schade.

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Ratlosigkeit. Wut. Frust. Schlechtem Gewissen. Rechthaberei. Enttäuschung. Emotionalem Über- oder wahlweise Unterfluss, was halt jeweils nicht gewünscht war.

Die schönste Zeit verbracht mit ...?
Büchern, ab und an. Wenn einen Thomas Mann mal so woanders hinbringt, wos gut ist und nicht täuscht, dann lässt das aufatmen. André, Ingrid und Ron in Tansania. Medi, Romy, den Mädels. Theaterkucken. Margit in der Stabi und an der Diss. André zu den zwei kurzen Fluchten im Ned Kelleys. The Nationals, einen Abend lang. André zum Osterwochenende.

Vorherrschendes Gefühl 2010?
Frust. Ärgern. Ratlosigkeit.

2010 zum ersten Mal getan?
Eishockey live gesehen - erst Olympia in Vancouver noch im Fernsehen, mit dem sagenhaften Schlußsiegtor Sidney Crosbys, dann den EHC München gegen Ravensburg live und schließlich das Deutschland - Kanada Spiel beim Deutschland Cup. Migräne gehabt. Afrika bereist. Eine arbeitsfinanzierte Schulung besucht und zertifiziert geworden. Eine Geschäftsreise gemacht. Hochzeitslokalitäten hinterherrecherchiert. Eine unbefristete Vollzeitstelle angenommen. Bei einer sozialen Hilfseinrichtung vorbeigesehen. Ein Jazzkonzert besucht und eine Wagneraufführung. Den ersten Arbeitstag meines Lebens bezahlt krank gewesen. Partnereltern zusammengebracht. Als erste von einer anstehenden Geburt erfahren. Ein "Team" geleitet. Gekniffelt. Nachgeburtsbabybegrüsstermin. Einen Spendendauerauftrag beendet. Ein Rodeo gesehen. Eine Fotoschnitzeljagd gemacht. Küche beklebt. Einen Server gestartet. Das Dachauer KZ besucht. An einer bezahlten Studie teilgenommen, zum Verhalten im Internet. Einen Hacker-Kongress besucht. Brot gebacken.

2010 nach langer Zeit wieder getan?
Gitarre gespielt. Interkontinentalflüge. Eine Prüfung geschrieben (und bestanden). Den Grand Prix Eurovision gekuckt. Einen Brautstrauß gefangen. Die Ökokiste abonniert. Zugenommen. Viel geimpft. In der Stabi gesessen, an der Diss gearbeitet. Java aufgefrischt, ein batch-file geschrieben. Krimidinner gespielt und sich dafür verkleidet. Die Ostergottesdienste besucht, in der Frauenkirche, St. Paul und St. Bonifaz. Über eine Stunde laufen gewesen. Tischtennis gespielt. Lassi und Champagner getrunken. WM gekuckt, mit Tippspiel und Biergarten und allem drum und dran.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Die eigene Frustriertheit. Unkollegialität. Migräne.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Nach Afrika zu reisen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
André davon überzeugt zu haben, nach Afrika zu reisen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ingrid und Ron mit all ihrer Mühe und Willkommenheißung in Tansania.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
He's a keeper.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Das Wissen die anderen, sicherlich.

2010 war mit einem Wort ...?
Mühsam. Leichtigkeitslos.

Samstag, 18. Dezember 2010

A Game of Thrones

Excellent Bran. Excellent Jamie, Cersei, Ned. Excellent, excellent Tyrion, promising Arya and Sansa, no idea whom of these is Robb, and not really convinced about Catelyn, but also not not convinced, so be it. Daenerys seems fine, Robert Baratheon we won't see for that long anyways and an excellent Petyr Baelish, wow. But you've got to be kidding me: Jon Snow? Come on, this guy does not fit at all!

Bücher: Juli - Dezember 2010

21) Bill Willingham: Fables VII: Arabian Nights and Days*
22) Bill Willingham: Fables VIII: Wolves*
23) Bill Willingham: Fables IX: Sons of Empire*
24) Bill Willingham: Fables X: The Good Prince*
25) Bill Willingham: Fables XI: War and Pieces*
26) Bill Willingham: Fables XII: The Dark Ages*
27) Bill Willingham: Fables XIII: The Great Fables Crossover*
siehe 14)-19).

28) Theodor Fontane: Effie Briest**
Endlich, endlich, endlich diesen hochrangigen Klassiker der deutschen Literatur gelesen. Und ich mochte ihn auch sehr gerne; Fontanes Weitschweifigkeit, seine Fähigkeit, Szenen zu absolute intensiven Momenten werden zu lassen und auch das Talent mit wenig Worten zu erzählen, oder nicht zu erzählen, wofür andere Autoren einen ganzen Roman brauchen. "Sie bildete statt dessen die Kunst aus, still und entzückt auf die Natur zu blicken." (S. 279). Schön.

29) Maggie Stiefvater: Shiver
Tipp von Frau Blö im Rahmen der Young Adult Liebhaberei die vor Vampiren (hier Werwölfen) nicht haltmacht. Sicher eines der besseren des Genres, deren Figuren tatsächlich etwas individuelles haben, was man ja nicht immer sagen kann...

30) Lonely Planet: Tansania*
Wir haben ihn kaum gebraucht wegen der vielzähligen Tips von Tante und Onkel und der Tatsache, dass Ron und Ingrid ohnehin das meiste der Planung für uns übernommen hatten. Wunderwunderschöner Urlaub, André sagt sein schönster bisher, ich bin immer noch am setzen und verdauen lassen. Groß!

31) Qiu Xiaolong: Red Mandarin Dress*
Von Ingrid bekommen, absolut nettes Strandbuch, schöner Krimi zum Weglesen, und da in China angesiedelt für mich auch nicht nur am Rande interessant. Schöner kulturaufspannender Hintergrund und guter Inspektor. Grundsolide

32) Alex Capus: Eine Frage der Zeit
Leider enttäuschend. Ich hatte von Capus schon gehört, und mich darauf gefreut ihn zu lesen, und als Ingrid ihn uns dann angeboten hatte, waren wir beide recht begeistert - schließlich handelt das Buch von dem deutschen Fährboot das gebaut, zerlegt, nach Afrika verschifft und dort wieder zusammengebaut wird, das alles während dem ersten Weltkrieg, und das heute noch auf dem Tanganjika See fährt. Aber Capus phantasiert dermaßen wirr um die Rahmenhandlung herum, dass man bald kein Interesse mehr an seinen Gedankenfluchten hat und nur froh ist, als das Buch endlich zu Ende gelesen ist.

33) Andreas Maier: Das Zimmer*
Das Zimmer ist das Zimmer von Maiers etwas zurückgebliebenem Onkel J. nahe Frankfurt, aus dessen Leben der Autor einen Tag umreißt, mit vielen Rück und Vorblenden, Ausschweifungen und Exkursen, gerne zu Frankfurt, aber auch zur Lage der Nation. Ich mag Maier, ich denke dass er gut schreibt, manchmal wünschte ich mir nur etwas mehr Handfestes in seinen Büchern, aber dennoch wirklich gut, lässt sich schön runterlesen.

34) Jack Kerouac: On the Road**
Wieder ein Klassiker, wieder großartig, ein Muster lässt sich erkennen. Schön hier auch dass das Buch oft mit Jazz verglichen wird, und ich denke nicht nur weil von zwei, drei Jazzabenden die Rede ist, sondern auch weil die Erzählung mal vor und zurück, aber immer im Fluß herumexperimentiert mit dem was da und möglich ist. Toller Stil, und da ich die Ausgabe der Ursprungsfassung gelesen habe (The original Scroll) wird der Fluß noch klarer und vor allem treten auch die Personen (Cassady, Burroughs, Ginsberg) in Klarnamen auf, angenehm.

35) George R.R. Martin: A Storm of Swords (II)**
36) George R. R. Martin: A Feast for Crows**
Womit das Jahr anfängt hört es dann auch auf: es folgen der zweiten Band des dritten Teils und der vierte von Martins Reihe A Song of Ice and Fire und ich betone gerne wieder, wie großartig das Ganze ist. Und damit leider vorläufig auch zu Ende - es folgt im neuen Jahr die Serie von HBO aber wo der vierte Band bleibt ist immer noch offen. Und nachdem ich mir derweil die Zeit im Internet auf einschlägigen Seiten vertrieben habe, ahne ich auch wie verwoben das alles wirklich sein könnte. Bitte mehr!

37) Thomas Mann: Doktor Faustus**
Fürs Musikprojekt, Roman über das Leben des Komponisten Adrian Leverkühns, von seinem Freunde Severus Zeitblom berichtet. Dicht. Großartig. Humorig, münchnerisch. Mann ist schon richtig, richtig gut.

Bücher: Januar - Juni 2010

1) George R. R. Martin: A Clash of Kings**
Der zweite Teil von Martins großartiger A Song of Ice and Fire Reihe. Auch hier sterben wieder viel zu viele (Haupt)charaktere, neue werden eingeführt, am nachhaltigsten sicherlich Brienne und Davos. Schmerzhaft an der englischen Ausgabe allerdings die mehr als minimale Schrift - man hätte auch diesen in zwei Büchern herausgeben sollen, wie den dritten Teil, das macht wirklich keinen Spaß.

2) Heinz-Klaus Metzger, Rainer Riehn (Hg.): Musik-Konzepte (1/2): Claude Debussy*
Eines der Bücher für das Musikprojekt - in den meisten habe ich ja Teile gelesen, das mal ganz durch. Ich war begeistert - es gab Notenbeispiele, die ich dann "lesen" konnte während ich das Stück gehört habe, zumindest wenn es um Anfänge ging, sonst hätte ich die Stellen wohl eher nicht auffinden können. Ich habe nicht immer alles verstanden, was aber auch keine ganz uninteressante Erfahrung ist, manches ging auch ganz gut. Auf alle Fälle schön, um mal reinzukommen auch in musiktheoretischere Sachen.

3) George R. R. Martin: A Storm of Swords (I)**
Hier aufgeteilt in zwei Bücher: Der dritte Teil von Martins großartiger A Song of Ice and Fire Reihe. Den ersten Band gleich anschließend zum Vorgänger gelesen, der zweite wird dann lang auf sich warten; ich braucht dann auch mal was anderes nach drei solchen Schmökern. Aber auch dieser einfach wunderbar, und: meine beiden Lieblinge leben immer noch. Puh!

4) Miko Kelemen: Schreiben an Strawinsky
Eher schwaches Buch, in dem es kaum um Strawinsky geht - wegen dem hatte ich es eigentlich gekauft - sondern um Miko Kelemen und die öffentlich bekannten Leute vornehmlich aus dem musikalischen Bereich, die er kannte. Ganz nett, mehr aber auch nicht, und optisch auch ein echt hässliches Buch.

5) Richard Matheson: I am Legend*
Von Matt geschenkt bekommen, was ich sehr nett fand, das Buch dann aber nicht so die Wucht. Vielleicht ist das aber auch nicht mein Genre: Science Fiction Horror, manche der Storys waren schon ganz interessant, und ich bin froh, mal was aus dem Genre gelesen zu haben, aber vom Hocker gerissen hats mich nicht.

6) W.G. Sebald: Schwindel, Gefühle
Ich bin kein großer Sebald Begeisterter und werde wohl auch keiner werden. Schwindel Gefühle war wieder ganz nett, und ich hatte es halt noch als Seminarüberbleibsel zu Hause, aber mehr auch nicht. Ich finde ihn einfach bisschen bedeutungslos und in Verbund mit dem Hype der um ihn gemacht wird, verliert er für mich nur noch mehr - da werden auch die großartigen Doktorarbeiten von Philipp und Dora nichts dran ändern können, leider. Austerlitz werde ich zwar trotzdem wohl noch lesen, aber das wirds dann auch gewesen sein...

7) Helmut Krausser: Der große Bagarozy
Ich bin auch kein großer Krausser Begeisterter und werde auch das wohl nicht werden. Das scheint noch dazu eines seiner schwächeren zu sein und ist wirklich absolut mau, uninteressanter fast amateurhafter Buchaufbau. Fette Welt war besser aber insgesamt ist mir Krausser mit dem Kopf halt immer ein bisschen zu sehr in der Gosse.

8) David Nicholls: One Day
Das Buch war lange auf Bestsellerlisten und prompt wurde ich auch in der Arbeit angesprochen: zwei Arbeitskolleginnen hatten es bereits gelesen. Ich fand es gelinde gesagt nett, aber im Grunde ausgesprochen langweilig und über zwanzig Jahre hinweg immer genau einen Tag ins Visier zu nehmen ist halt doch sehr offensichtlich konstruiert. Ne, echt nicht.

9) Ulrike Draesner: Vorliebe*
Draesner bekommt immer einen Stern, weil mich die Autorin, die wir zu einem Workshop in Marbach ausführlich interviewen und treffen konnten, einfach sehr beeindruckt hat. Für mich eine der intelligentesten Figuren der kontemporären deutschen Literatur und das dies der Roman ist an dem sie während der Workshop Zeit gearbeitet hat, musste der natürlich sein. Ich fand in absolut ordentlich, aber todesbeindruckend vom Hocker gerissen hat er mich auch nicht.

10) Neil Gaiman: Marvel 1602**
Eine bunte Mischung an Marvel-Aktion Helden ins Jahr 1602 zurückversetzt, einige bereits im Vollbesitz ihrer übermenschlichen Kräfte, andere auf dem Weg dorthin. Nach der eher enttäuschenden Reihe der gelesenen Bücher davor endlich mal wieder eins das man einfach rundum genießen konnte, auch wenn es natürlich nicht hoch anspruchsvoll ausgelegt ist - aber immerhin behauptet es das ja auch nicht.

11) Alan Moore: League of Extraoridnary Gentleman*
Ganz gute Graphic Novel, auch deutlich besser als die Verfilmung, die ich vor Jahren gesehen und furchtbar fand, schöne Story, gute Charaktere. Mir im Großen und Ganzen aber zu graphisch - ich werde die Nachfolgebände wohl auch nicht mehr ins Auge fassen.

12) Nick Hornby: 31 Songs
Schon lange angelesen zu Hause liegen gehabt, nun endlich mal beendet, teils auch wegen dem Musikprojekt. Ja, nett. Ich habe aber die Hälfte der Songs nicht im Ohr und bin ohnehin nicht mehr der große Nick Hornby Möger der ich etwa 200 mal war. Stört zwar nicht, kann man aber wirklich auch dran vorbeigehen.

13) Georg Büchner: Dantons Tod*
Büchner bekommt einen Stern, weil ich Literaturwissenschaft studiert habe und ahne, dass da was dran sein muss. In aller Ehrlichkeit bin ich aber noch nicht hinter Büchner gestiegen und weiß auch nicht, ob ich das unbedingt noch will, wenn es da draußen einfach auch noch viel ungelesenen Kleist, Thomas Mann, Lessing gibt. Und Arno Schmidts Zettels Traum. Wobei natürlich Büchners Gesamtwerk schneller erlesbar ist, und ich bin auf dem Weg dorthin: aus der Werke und Briefe Ausgabe des Diogenes Verlags fehlen immerhin nur noch die Briefe und die Abhandlung 'Über Schädelnerven'. Das geht noch, danach wende ich mich dann ab.

14) Bill Willingham: Fables I: Legends in Exile*
15) Bill Willingham: Fables II: Animal Farm*
16) Bill Willingham: Fables III: Storybook Love*
17) Bill Willingham: Fables IV: March of Wooden Soldiers*
18) Bill Willingham: Fables V: The Mean Season*
19) Bill Willingham: Fables VI: Homelands*
Total nette Graphic Novel Reihe, die mir Chrisse angetan hat, und die ich dieses Jahr dann auch vollständig gelesen habe (zumindest soweit veröffentlicht). Klassische Märchencharaktere - der böse Wolf, Schneewitchen, Prince Charming, Cinderella, Hänsel und Gretel usw. - versetzt ins New York des 20. Jahrhunderts, weil sie aus ihren eigenen Ländern vertrieben wurden - von Pinocchios Vater Gepetto. Go figure.

20) Tankred Dorst: Toller*
Anders als Büchners Dantons Tod war Dorsts Hintergrund Story weniger schwer zu erfassen, wohl weil näher und ich einfach mit Jacobinern nicht wirklich viel verbinde. Gutes Drama, und Dorst einer der am häufigsten gespielten Gegenwartsautoren auf deutschen Bühnen.

Hans-Joachim Ruckhäberle....

... erwagt Textlasten.

Residenztheater, Heinrich von Kleist: Penthesilea. Regie: Hans-Joachim Ruckhäberle, mit Katharina Hauter, Stephanie Leue, Jennifer Minetti, Anna Riedl, Lisa Wagner, Dennis Herrmann, Shenja Lacher, Tobias Langhoff, Rudolf Wessely (Ulrich Beseler). Bühne: Helmut Staubach und Uwe Kuckertz, Kostüme: Ann Poppel, Foto: Thomas Dashuber. Am 17.12.2010, mit André.

Montag, 6. Dezember 2010

Schatz, was trägst du denn so schwer?

"...Frauen, die bei der Auswahl auf die weichen Faktoren achten wie 'Hört mir zu', 'Geht einkaufen', 'Ist kein Arschloch'."

- Huh. Danke, Malte Welding.

Impact on five, four, ....

"I guess that's the point of it all. No one knows for certain how much of impact they have on the lives of other people. Oftentimes we have no clue."

- Hannah Baker, Jay Asher: Thirteen Reasons Why

Sonntag, 5. Dezember 2010

09.05.11


Schrank gekauft, und dafür noch nicht mal das Bett verlassen.

Samstag, 4. Dezember 2010

Filme Dezember 2010

Stark Trek (2009)
Der junge James T. Kirk, beginnend mit der Geschichte seiner Geburt, und dem Fokus auf dem ersten großen Einsatz bei dem er gleich zum Commander und nach dessen Ende zum Captain befördert wird. Eingeschlossen die ersten Begegnungen mit Pille, McCoy, Spock, Uhura, Sulu und Checkov. Und eigentlich eher die Geschichte der ersten Begegnungen von James T. Kirk mit Pille, McCoy, Spock, Uhura, Sulu und Checkov als irgendwas anderes, denn die Rahmengeschichte der Romulaner etwas blass (was vielleicht auch an Eric Bana als Oberbösewicht Nr. 1 liegt) und auch irritierend, denn: Echt? Vulkan wird zerstört? Oder ist das jetzt eine Parallelgeschichte, die aufgemacht wird? Obwohl ich außer den Classics alle Enterprise Serien in abweichendem Suchtstatus und Vollständigkeit gesehen habe, ist mir nicht ganz klar geworden, ob das nun AU oder Storygetreu ist. Ich glaube aber AU, was auch heißt: freie Wahl in Rahmenbedingungen bei nachfolgenden Filmen. Der ganze Film reiht ansonsten Nostalgiefetzen und Anspielungen auf Kommendes aneinander - auch verstärkt den Eindruck, dass die eigentliche Mission eher ein Nebenschauplatz ist. Bösewicht muss halt, nur Klamaukverweise geht nicht. Ich habe sicher nicht alle verstanden, aber immerhin den Beagle-Witz, womit ich Mitschauer André stark beeindrucken konnte. Spassiger Film, gute Optik und wohl der einzige aus der Star Trek Reihe den man auch ohne Hintergrundwissen getrost ansehen kann. 7,5/10

Wild child (2008)
High School Komödie, in der die Nichte von Julia Roberts, Emma, ein abgedrehtes Malibu-Töchterchen spielt, das in einem englischen Internat zurechtgebogen werden soll. Die englische Kulisse (Regen, Backsteinhäuser, Oldtimer, Hockey, Exzentrik, und großartiger Akzent) machen dann auch 80% des Charmes des Filmes aus, solide besetze Schauspieler und nettes Skript die restlichen 20%. Aus dem Genre sicher einer der besseren Filme, vielleicht bin ich aber auch nur Alex Pettyfers Charme erlegen, und meiner Englandsympathie.... 6/10

Wo die wilden Kerle wohnen (2009)
Gedreht von Spike Jonze, vor dem ich durchaus großen Respekt habe, gabe es viel Wirbel um die Verfilmung von Maurice Sendaks Kinderbuch des gleichen Namens aus dem Jahr 1963. Das sparsam betextete Buch (333 Wörter) behandelt die Wut eines etwa neunjährigen Jungen, der nach einem Streit mit der Mutter auf sein Zimmer geschickt wird und sich in ein fremdes Land träumt, eben wo die wilden Kerle wohnen. Es zeigt aber auch, wie die Wut des Jungen sich kanalisiert und die Sehnsucht nach Zuhause am Ende den Sieg davon trägt - er kehrt zur noch dampfenden Suppe seiner Mutter zurück. Jonze verfilmt das Ganze sehr mutig, dreht viel mit Handkamera und bleibt in der Optik der wilden Kerle den originalen Graphiken treu. Er lässt den Jungen und die wilden Kerle ihre Emotionen ausleben und ist damit weit von einer gewöhnlichen Kindergeschichte entfernt. Ein ganz anderer, auch besonderer Film. "He's just a boy pretending to be a wolf, pretending to be a king." 9/10

Mittwoch, 24. November 2010

Three Good: 22.-28.Nov

Mo, 22. November:
Der mitleidige Blick meiner Mutter beim morgendlichen Raushetzen aus der Wohnung in die Arbeit | Bereitwillige Kooperation beim ersten QA Treffen für eines der neuen Projekte | Salade Nicoise mit André vorm Fernseher zu den Nachrichten.

Di, 23. November:
André vom Abend zurück, berichtend | George R. R. Martin: A Feast For Crows, letztes Viertel | Die neue Ökokiste mit tollem Käse zu noch ofenwarmem Olivenbrot || Leider nicht: Recht haben mit den Unkenrufen für die Projektführung auf Arbeit. Recht hatte ich schon, aber freuen kann man sich darüber ja nicht.

Mi, 24. November:
"Ohne dich geh ich da nicht hin!!!!" | "Ich hab auch ein Bild von dem Herrn Lewenstein mitgebracht. Er ist der, der das Würstel bekommt." | "Und wenn ich aus Berlin zurück bin, gibt es wieder Einzeldates, hoffentlich."

Do, 24. November:
Butterbreze | Testdokumentationscoaching | Neu entdeckt: Café Kamera.

Fr, 25. November:
Weißes München | Vater zahlt | Doris lacht.

Sa, 26. November:
Nymphenburg im Schnee, mit Palmengarten, Schönheitengalerie und einem zu-Hause Gefühl | Kürbiscrémesuppe a là Schwiegermutter in spe | sitzen mit André, Wein und Musik.

So, 27. November:
Frühstück mit den schönen neuen Tassen | Berg Geschirr zum abspülen | Glücksgefühl bei Arcade Fire im Zenith.

Dienstag, 9. November 2010

You goota love Sam

"I got us lost too. I couldn't even find the Wall. It's a hundred leagues long and seven hundred feet high and I couldn't find it!"

- Samwell Tarly, George R.R. Martin: A Storm of Swords, II: Blood and Gold, p. 209

Dienstag, 2. November 2010

Filme November 2010

Up (2009)
Pixar Film aus Regie und Feder von Pete Docter, der schon für Monster AG und Wall-E (nur Skript) verantwortlich zeichnete, unterstützt von Bob Peterson. Schön phantasievolle Geschichte über die Zufallsfreundschaft zwischen einem älteren Herrn und einem jungen Pfadfinder, bekam zwei Oskars für den besten Animationsfilm sowie die beste Filmmusik - war aber auch für den Oskar als besten Film nominiert. Und zwar schon sehr verdient - ich bin ja *eigentlich* nicht der große Disney & Co Fan, aber einige der Animationsfilme spielen sich einfach nach ganz oben. Rotz und Wasser geheult während der ersten zehn Minuten, dem Rest des Filmes dann mit Freude gefolgt. 8,5/10

Machete (2010)
Der neue Film von Robert Rodriguez, top besetzt mit Danny Trejo in seiner ersten Hauptrolle, Robert De Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Steven Seagal, Lindsay Lohan und Don Johnson. Viel Klischee, viele Sprüche, bisschen Gewalt, bisschen Sex, viel nackte Haut, und überraschend politisches Hintergrundthema (die mexikanische Flüchtlingswelle über die texanische Grenze in die USA). Neues Gabriel, 04.11.2010, mit Basti, Alex, Christian, Gregor, Torre, 7/10

A Prophet (2009)
Mit Romy und Ingwer gesehen, und bass erstaunt - nach dem Titel hatten wir eine Khalil Gibran artige Geschichte erwartet, da wir keine weiteren Informationen zu dem Film hatten. Das wars dann nicht - sondern ein Patenmäßiger französischer Gefängnisfilm, der den großen Preis der Jury in Cannes gewonnen hat, neun Preise beim César abgeräumt und auch für den Oscar nominiert war. Tolle Darsteller und ein interessanter Plot, der die Hierarchien unter französischen Ethnien aufzeigt, namentliche der Korsen und Muslime. 8/10

Gosford Park (2001)
Wiedergesehen für die Weihnachtsfeier in der Firma wird mir dieser Altman Film nie langweilig, einer meiner absoluten Lieblinge. Murder Mystery in klassischer, aber doch eigener Art mit herausragender Besetzung: Helen Mirron, Eileen Atkins, Alan Bates, Stephen Fry, Michael Gambon, Richard E. Grant, Derek Jacobi, Kelly Macdonald, Jeremy Northam, Clive Owen, Maggie Smith, Kristin Scott Thomas, Emily Watson, Laurence Fox, Tom Hollander, Claudie Blakley, nur Ryan Philippe nervt ziemlich. 9,5/10

Wonderful Guy. Wrote Ulysses.

- Give us some literary anecdotes.
- Well, the last night we were in Paris I'd been out shooting at Ben Gallagher's in the Sologen the day before and he had a fermée, you know, they put up a low fence while they're out feeding, and shot rabbits in the morning and in the afternoon we had several drives and shot pheasants and I shot a chevreuil.
- This isn't literary.
- Wait. The last night Joyce and his wife came to dinner and we had a pheasant and a quarter of the chevreuil with the saddle and Joyce and I got drunk because we were off for Africa the next day. God, we had a night.
- That's hell of a literary ancedote. Who's Joyce?

- Ernest Hemingway: Green Hills of Africa, p. 133.

Montag, 1. November 2010

Filme fürs Projekt 2

Gainsbourg (2010)
Nach lang Urlaub und wenig Zeit davor entsteht bei uns immer der Drang, wieder zusammen ins Kino zu gehen. Mir wurde die Filmwahl belassen, und mit dem Willen, das Musikprojekt nicht aufzugeben, auch wenn der Jazz noch nicht ganz durchstiegen ist (aber das ist vielleicht auch eher eine Lebensaufgabe) sehe ich 'Gainsbourg' und sage: Ha, du bist es! Der Film liegt irgendwo zwischen 'Schmetterling und Taucherglocke (2007)' - 'I'm not there (2007)' - 'Control (2007)' - 'Science of Sleep (2006)' ohne ganz auf das Level der beiden ersteren zu kommen, die zu meinen Lieblingsfilmen der letzten Jahre zählen, und optisch ähnlich ohne aber so nervig zu sein wie Science of Sleep. Insgesamt gelungen, und obwohl die Parallelen da sind, dennoch eigenständig und ohne dass man ein allzugroßes Gefühl des Nachahmens hat. Es wird Gainsbourgs Leben erzählt, der einer der nachhaltigsten Chansoniers des 20. Jahrhunderts ist und verheiratet zeitweise mit Jane Birkin, nach der der Birkin-Bag benannt ist, den Rory Gilmore in Episode 6 der 6. Staffel der Gilmore Girls von Logan geschenkt bekommt, was natürlich eine ungemein wichtiger Side-Fakt ist. Eigentlich hätte Gainsbourgs auch nicht unbekannte Tochter Charlotte (die außerdem in zwei der oben genannten Filmen mitgespielt hat) Serge spielen sollen, sprang aber ab, und nun wird er vom großartig alternden Eric Elmosnino, einem Theaterschauspieler gemimt, als Junge von Kacey Mottet Klein. Eingewoben sind die bekanntesten Lieder, die bekanntesten Persönlichkeiten (Brigitte Bardot, Juliette Greco, Boris Vian, France Gall, Jane Birkin), begleitet von gemalten Comicfiguren - denn, auch eine Parallele zu manchen der oben genannten Filmen, der Regisseur ist Debütant und fachfremd: Joann Sfar ist Comiczeichner. Schön. Atelier, 27.10.2010, mit André. 8/10

Rhythm is it!
Musikfilm fürs Projekt - sehr passend, obwohl eher zufällig auf Arte drübergestolpert. Sir Simon Rattle - ein Name der mir in diesem Jahr auch öfter untergekommen ist - bereitet mit den Berliner Philharmonikern eine Aufführung von Strawinskys Le sacre du printemps vor. Hierfür studieren 250 Berliner Kinder und Jugendliche, zumeist aus Problemschulen, ohne Vorerfahrung mit Tanz oder klassischer Musik, mit dem Tanzpädagogen Royston Maldoom in nur etwa sechs Wochen eine Choreographie dazu ein. Der Dokumentarfilm begleitet die Proben, entlang der Entwicklung vor allem dreier Jugendlicher, bis zur Aufführung. Vielprämierter deutscher Film von Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch. 28.10.2010, 8/10

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Filme Oktober 2010

Karate Kid (2010)
Im Flieger gesehen auf dem Weg nach Tansania - weil einfach viele Filme wegen der schlechten Ton- und Lichtverhältnisse wegfielen (bei Robin Hood spielt einfach zu viel der Handlung im kontrastarmen dunklen Wald bei Nacht) musste was mit armer, leicht zu verfolgender Handlung her. Ja, das trifft es gut. Eher fad, Jackie Chan ganz in Ordnung, Jaden Smith geht mir aber auf die Nerven. Ganz nett fand ich noch die Anspielungen auf die älteren der Karate Kid Filme ("auftragen, polieren") und nett auch eine Szene in der Jackie Chan mit den Stäbchen in der Hand eine Fliege fixiert nur um sie dann mit dem Muckenbatscher zu erschlagen. Außerdem war ich ja hocherfreut mal wieder Beijing Kulisse zu sehen. Das wars dann aber auch schon, die alten waren mir lieber, damals als ich noch deutlich jünger war. 4,5/10

Gainsbourg (2010)
Musikfilm fürs Projekt - mehr dazu hier. Atelier, 27.10.2010, mit André. 8/10

Rhythm is it! (2004)
Musikfilm fürs Projekt - mehr dazu hier. 28.10.2010, 8/10

Sonntag, 24. Oktober 2010

Reinhard Jirgl

Abschied von den Feinden. Hanser 1995
Reinhard Jirgl erzählt in seinem Roman vom Spiel mit der Wahrheit und der Wirklichkeit, vom Verschwinden alter Sicherheiten, vom Verlust des Aufgehobenseins und der vertrauten Orte. Dabei umfaßt Jirgls Buch die deutsche Geschichte von der Nachkriegszeit bis zum Anfang der neunziger Jahre. "Ein literarisches Ereignis, auch wenn in ihm die Hoffnung nur noch als heiseres Lachen am Abgrund widerhallt. Mit Abschied von den Feinden hat sich Reinhard Jirgl in die vorderste Reihe deutschsprachiger Literaten geschrieben." FRANKFURTER RUNDSCHAU

Land und Beute. Aufsätze aus den Jahren 1996 bis 2006. Hanser 2008
In Land und Beute sind Reinhard Jirgls Kritiken, Beobachtungen und Polemiken zum ersten Mal nachlesbar: Mit seinen Reflexionen über Traum und Trauma des 20. Jahrhunderts und seinen Bemerkungen über Erinnern - Schreiben - Lesen führt er mitten hinein in das Zentrum einer gegenwartsbewussten schreibenden Existenz. Der Autor, dessen Roman Abschied von den Feinden 1995 mit einem Schlag als ein literarisches Ereignis (Frankfurter Rundschau) wahrgenommen wurde und der seither in weiteren monumentalen Romanen die deutsche Geschichte und Gegenwart gestaltet hat, legt hier Rechenschaft ab über sein Schreiben und seine eigene Gegenwart: Noch nie ist die deutsche Nachkriegszeit so überzeugend geschildert worden, schrieb Iris Radisch in der Zeit über Jirgls Werk.

Nebenprojekt: Büchner lesen

Das geistert mir schon lange im Kopf rum, dieses Büchner lesen als Ganzes, nicht Büchner selbst, von dem ich ohnehin schon beinahe alles gelesen habe (ist ja nicht schwer), sondern die Preisträger des Büchner-Preises, des bedeutendsten deutschen Literaturpreises, in der Form in der er seit 1951 vergeben wird. Das wären dann:

* 1951: Gottfried Benn (1886–1956)
[* 1952 nicht verliehen]
* 1953: Ernst Kreuder (1903–1972)
* 1954: Martin Kessel (1901–1990)
* 1955: Marie Luise Kaschnitz (1901–1974)
* 1956: Karl Krolow (1915–1999)
* 1957: Erich Kästner (1899–1974)
* 1958: Max Frisch (1911–1991)
* 1959: Günter Eich (1907–1972)
* 1960: Paul Celan (1920–1970)
* 1961: Hans Erich Nossack (1901–1977)
* 1962: Wolfgang Koeppen (1906–1996)
* 1963: Hans Magnus Enzensberger (* 1929)
* 1964: Ingeborg Bachmann (1926–1973)
* 1965: Günter Grass (* 1927)
* 1966: Wolfgang Hildesheimer (1916–1991)
* 1967: Heinrich Böll (1917–1985)
* 1968: Golo Mann (1909–1994)
* 1969: Helmut Heißenbüttel (1921–1996)
* 1970: Thomas Bernhard (1931–1989)
* 1971: Uwe Johnson (1934–1984)
* 1972: Elias Canetti (1905–1994)
* 1973: Peter Handke (* 1942) (Preisgeld 1999 zurückgeg.)
* 1974: Hermann Kesten (1900–1996)
* 1975: Manès Sperber (1905–1984)
* 1976: Heinz Piontek (1925–2003)
* 1977: Reiner Kunze (* 1933)
* 1978: Hermann Lenz (1913–1998)
* 1979: Ernst Meister (1911–1979), postum
* 1980: Christa Wolf (* 1929)
* 1981: Martin Walser (* 1927)
* 1982: Peter Weiss (1916–1982), postum
* 1983: Wolfdietrich Schnurre (1920–1989)
* 1984: Ernst Jandl (1925–2000)
* 1985: Heiner Müller (1929–1995)
* 1986: Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)
* 1987: Erich Fried (1921–1988)
* 1988: Albert Drach (1902–1995)
* 1989: Botho Strauß (* 1944)
* 1990: Tankred Dorst (* 1925)
* 1991: Wolf Biermann (* 1936)
* 1992: George Tabori (1914–2007)
* 1993: Peter Rühmkorf (1929–2008)
* 1994: Adolf Muschg (* 1934)
* 1995: Durs Grünbein (* 1962)
* 1996: Sarah Kirsch (* 1935)
* 1997: H. C. Artmann (1921–2000)
* 1998: Elfriede Jelinek (* 1946)
* 1999: Arnold Stadler (* 1954)
* 2000: Volker Braun (* 1939)
* 2001: Friederike Mayröcker (* 1924)
* 2002: Wolfgang Hilbig (1941–2007)
* 2003: Alexander Kluge (* 1932)
* 2004: Wilhelm Genazino (* 1943)
* 2005: Brigitte Kronauer (* 1940)
* 2006: Oskar Pastior (1927–2006), postum
* 2007: Martin Mosebach (* 1951)
* 2008: Josef Winkler (* 1953)
* 2009: Walter Kappacher (* 1938)
* 2010: Reinhard Jirgl (* 1953)
* 2011: Friedrich Christian Delius (* 1943)
* 2012: Felicitas Hoppe (* 1960)
* 2013: Sibylle Lewitscharoff (* 1954)
* 2014: Jürgen Becker (* 1932)
* 2015: Rainald Goetz (* 1954)

Freitag, 22. Oktober 2010

Schonungsloses Seelenstrip-Stöckchen.

Weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich entweder die lange Bücherfragenliste anfangen soll, die gerade in jedem, wirklich jedem der Blogs, die ich regelmäßig lese, durchgeackert wird, oder ein Reisetagebuch mit Bildern vom Traveln in Tansania nachreichen soll, nehme ich lieber mal ein Fragenstöckchen von Isa auf um den lange-nicht-gebloggt-Bann zu brechen.

1. Was hast du in der rechten Hosentasche?
Ein Papiertaschentuch, wie meistens. Und Geld, weil ich mal wieder mittags Essen gehen war in der Arbeit und dann immer Geld bar mitnehme statt den ganzen Geldbeutel mit mir rumzuschleppen.

2. Das zwölfte Wort in der viertletzten Mail, die du bekommen hast – wie heißt es, und was sagt es über dich aus?

Die viertletzte Mail die ich bekommen habe war Spam - ich überspringe das und gehe zur nächsten: die aktuelle Rundmail von Grand Hotel van Cleef. Das zwölfte Wort ist 'Tag'. Was genau Tag nun über mich aussagen soll? Ich kann dazu nur sagen, dass Tag für mich gefühlsmäßig sich in Richtung Mittag verlagert und ich den eigentlich gar nicht so gerne mag. Ich mag früh und spät, nachmittags und abends und schlafen. Zeiten an denen alles ruhig ist und die Sonne nicht stören kann, davors und danachs, nicht unbedingt mitten drin auf der Kippe, Zwischenzeiten. Wie auch die Jahreszeiten: Ich mag den Herbst sehr gerne. Den Frühling auch. Der Winter ist manchmal arg kalt und den Sommer, den mag ich am liebsten kühl, verregnet, kurz...

3. Wärst du ein Limerick, welcher wärst du und warum?

Vielleicht hätte ich die Frageliste mal lesen sollen, bevor ich beschließe ich beantworte sie... aber gut. Dann gehe ich jetzt mal Limericks googlen. Ich finde immerhin drei aus einer einhundertfünfzig Bestenliste erträglich, ob mich einer davon aber wirklich beschreibt?

There once was a lady from Trent
Whose nose was most horribly bent
One day I suppose
She followed her nose
And nobody knows where she went

Null vectors have zero projection.
So you ask, "What can be their direction?"
They point any which way.
"That's magic!" you say?
Not really; it's just misdirection.

In silence I stood on the beach
Another world just out of reach
I looked at the sky
And wished I could fly
Mocked by a grey seagull's screech

4. Welche Taste auf deiner Computertastatur magst du am liebsten und warum?

Ctrl - wegen der wunderschönen Macht der Tastenkürzel.

5. Kannst du aus dem Kopf beschreiben, wie das Fliewatüüt aussieht?
Leider nein, auch wenn ich wegen meiner Shenja Lacher Begeisterung seit neulich immerhin weiß, wo das herkommt. Wie lustig. Die Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt Vorstellungen im Resi sind nur leider immer zu kinderfreundlichen 10 Uhr werktags vormittags Zeiten - wo kein arbeitender Mensch Zeit hat. Also vielleicht doch noch das Buch lesen?

6. Welche Assoziationen verbindest du mit dem Wort beba?
Nichts. Könnte ja arabisch für Großvater sein. Vielleicht.

7. Beschreibe das vierte Kleidungsstück von rechts in deinem Kleiderschrank.
Schwarzes Seidenkleid, Knielang, mit Schleife an der Taille. Für die Trauzeuginrolle gekauft, bei Peek & Cloppenburg, und um meine Mutter zu zitieren: "Damit bist du gut angezogen."

8. Wenn du dich zwischen einer Zwiebel, einem Eimer Wasser und einem Tintenkiller entscheiden müsstest, was würdest du wählen?
Spontan würde ich ja sagen, die Zwiebel, aber dann denke ich wieder drüber nach, wie wertvoll Wasser ist, was der Tansania Urlaub wieder in aller Deutlichkeit gezeigt hat und schwenke auf dieses um.

9. Schließe die Augen und nimm irgendetwas aus deinem Mülleimer. Was ist es und warum hast du es weggeworfen?
Da ich gerade ein Weinglas zerdeppert habe, will ich lieber nicht blind in den Mülleimer greifen und weiche auf den Papierkorb aus: Din A4 Briefumschlag, in dem die neuesten Ausstellungs-ankündigungen vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach waren. Gebrauchte Briefumschläge hebe ich nur in sehr, sehr seltenen Fällen auf.

10. Was steht auf der Rückseite deiner Armbanduhr?
Ich habe keine Armbanduhr.... also wohl nichts.

P.S.: Das hätte ich mal echt besser vorher durchlesen sollen - eher maue Fragen, und mal ehrlich: wo war das denn jetzt ein Seelenstriptease?!

Freitag, 1. Oktober 2010

3: River Mara

Vom Sonnenaufgang aus dem Zelt heraus geht es weiter Richtung Norden der Serengeti zum River Mara, wo wir die Gnu-Wanderung beobachten wollen, und drei Nächte campieren werden. Auf dem Weg die erste Großkatze, ein von uns vollkommen unbeeindruckter Gepard, dem ersten Elefanten, dem ersten Nilpferd und danach Zebras über Zebras. Wir machen einen Abstecher im Besucherzentrum, und essen später Lunch-in-a-box inmitten von Zebras und Elefanten, und fahren dann über Anhöhen und Anhöhen, hinter denen immer weitere Anhöhen und irgendwann auch die Gnus auftauchen. Das Luxus Camp an dem wir auftauchen ist mit Abstand die schönste Beherbergung, die ich je erlebt habe, mit Begrüßungsdrink, grandiosem Essen, einem breiten Doppelbett im Zelt, eigener Dusche und einem Amarula zum Ausklingen. Groß.

Donnerstag, 30. September 2010

2: Ilboru - Serengeti

Nach dem Frühstück holt uns früh am nächsten Morgen Shaban ab - wir werden keinen Tag in diesem Urlaub später als sieben Uhr aufstehen und einige wunderschöne Sonnenaufgänge sehen. Auf weiten und holprigen Umwegen gelangen wir zum Haus der Simonsons, in deren Alterswohnsitz Ingrid und Ron für das Jahr wohnen. Wunderschön oben auf einem Hügel in Ilboru gelegen, mit Blick auf den Mount Meru gibt es Begrüßungsumarmen und Ein-und Auspacken, dann verabschieden und bedanken wir uns bei Eunice, die wenn wir zurück sind schon nach Amerika geflogen sein wird und uns bei sich wohnen lässt, und schon gehts los. Ingrid informiert uns über Dinge die wir im Vorbeifahren sehen und ich erinnere mich zurück an den sagenhaften Sommer den ich bei Ihnen in Amerika verbracht habe - mit den beiden kann man ein Land wirklich kennenlernen. Von Arusha geht es in den Westen auf der Nairobi Street entlang, die zwar nicht nach Nairobi führt, aber immerhin auf die Straße, die nach Nairobi führt. Wir halten am Aufstieg zum 'Rift' einer tektonischen Anhöhe, die sich über einige afrikanische Länder den Kontinent von Süd nach Nord entlangzieht, und sehen von oben den Lake Manyara, einen Soda-See, um den herum es auch einen Nationalpark gibt. Im Schutz des Autos wechsele ich dann endlich das Objektiv - von Paul habe ich ein Teleobjektiv geliehen, das der ersten Ausblicke und Tiere harrt. Wir kaufen rote Bananen am Weg - und wieder Indien - sehen einen ganzen Baum voller Störche und am Eingang zur NCA, der Ngorongoro Conservation Area, die ersten Affen, Paviane. Danach kommt der erste Blick auf den berühmten Ngorongoro-Krater, bevor wir weiterfahren zum Picknicken. Franzosen sitzen schon auf der Lichtung - einem der öffentlichen Picknickplätze - und essen ihren Lunch-in-a-Box - während wir uns unser Essen selber schnipseln und Sandwiches bauen aus selbstgebackenem dunklen Brot, viel besser. Und spätestens als dann die Zebras auf die Lichtung kommen und keine fünf Meter von uns zu grasen anfangen, muss begriffen werden, dass wir in Afrika sind und auf Safari, aber ich kann es trotzdem kaum fassen. Wir müssen weiter - etwas nördlich der Mitte der Serengeti steht unser Camp für die Nacht bereit. Der Weg führt nach Riftanstieg und Kraterrand von etwas 2500 Metern wieder nach unten durch die Conservation Area, einem weiten Gebiet um den Ngorongoro Krater herum, das als Naturpark gilt, aber, anders als Serengeti und der Krater selber, den Massai erlaubt, ihre Tiere zu weiden und Dörfer anzulegen. Auch das wundert: rotumhüllte Massai mit Viehstöcken, am Rande der Straße oder in der Nähe von Dorf oder Viehherde ist ein dermaßen ikonisches Bild von Afrika, dass ich nicht erwartet hatte, es zu sehen, aber da sind sie, klassische Bilder am ersten Tag der Reise. Die Landschaft ändert sich von den Höhen mit ihren Dschungelwäldern zu weiten, dürren 'Plains', dann wieder kommen Ansammlungen von Grün, später die ersten Akazienbäume und auch an einigen der Kopjes fahren wir vorbei, Große Steinhaufenspitzen, die aus der uralten Vulkanascheebene herausragen. Die nächsten Tiere lassen nicht lange auf sich warten, noch in der Conservation Area sehen wir zum ersten Mal Giraffen in der Nähe der Straße 'grasen'. "Das hatte ich euch nicht gesagt: wir halten für Vögel" bemerkt Ingrid bald, und schnell bin ich, noch mehr André, amüsiert und angesteckt vom Hobby meines Onkels. Wir fahren und fahren, flankiert von Hyänen, Kori-Bastards und Thompson Gazellen. Als wir einbiegen in die Special Camp Site, die Leute der Mazembezi Safari für uns vorbereitet haben, ist es fast dunkel und das Staunen groß: Dusche und Lagerfeuer sind bereitet, wir sind für uns auf weiter Flur, wunderbares Essen lockt und zum Abschluß gibt es nach Bier und Wein auch noch Champagner. Wow.

Mittwoch, 29. September 2010

1: MUC - AMS - KIA - Ilboru

Der Flug geht früh um sieben, wir packen bis spät und schlafen dann wenig. Die Flüge, erst nach Amsterdam, dann zum Kilimanjaro International Airport sind lang aber angenehm, wir sitzen zum Gang, permanent werden Essen oder Snacks angekarrt, nur die Filmauswahl ist nichts und die Akustik so schlecht, dass 'Karate Kid' das einzige ist, was geht. Als wir ankommen ist es bereits dunkel, obwohl es erst gegen acht ist. Es geht aus dem Flugzeug zu Fuß über die Landebahn, der erste Schritt auf einen für uns beide neuen Kontinent - die Luft riecht besonders, warm, erdig, rot. Wir treffen Shaban und sehen zum ersten Mal unser Safari-Auto und alles ist einfacher als gedacht. Ich mag Shaban, mag das Land und unsere Reise spätestens nachdem wir auf stockdunkler, hubbeliger Straße im Affentempo eine Kolonne anderer Busse, LKWs und Autos überholen und mir der Fahrtwind ins Gesicht bläst. Alles sieht erstaunlich ähnlich zu Indien aus, die engen Lehmhäuser, die kleinen Läden die eine bunte Mischung an allem durchs Fenster verkaufen, die vereinzelten Palmen, die schlechte Straßen, die Busse und die Kleidung der Frauen. Wir kommen durch Arusha und biegen hinter der ersten der zwei Ampeln in den Stadtteil Ilboru ein, in dem meine Tante und mein Onkel wohnen und unserer erster Stop in der dortigen Safari Lodge sein wird. Arusha erscheint mir seltsam unstädtisch - ein Eindruck der sich später noch verfestigen wird. Nach Chapati und dem ersten Bier in der hochglanzpolierten Safari Lodge voller netter Leute gehts ans umpacken und dann ins Bett.

Montag, 20. September 2010

unread words

"As the hours crept by, the afternoon sunlight bleached all the books on the shelves to pale, gilded versions of themselves and warmed the paper and ink inside the covers so that the smell of unread words hung in the air."

- Maggie Stiefvater, Shiver, p.8

In stiller Ehrfurcht erstarrt.

Sonntag, 12. September 2010

Sommerrätsel: Neuhausen

Nochmal wie das Wochenende davor, mit geringerem Erfolg, vielleicht weil nur zu zweit, aber bassem Erstaunen: Ich kenne doch Neuhausen. Aber die Ecken die ich während dieser Tour neu entdeckt habe, unglaublich schön. Leider war das Licht nicht so gut (beziehungsweise ich wußte nicht, wie ich die Kamera zum Licht optimal Bildtauglich einstelle) und die meisten Bilder sind hochkantig, aber einige bleiben, um präsentiert zu werden, auch hier wieder eine Mischung aus gefundenem und wahllosem:








Freitag, 10. September 2010

you don’t just hear the water; you see a thousand dead umbrellas

Eines der schadesten Dinge meines Lebens wird wahrscheinlich bleiben, das Konzert von 'The National' diesen Sommer in Dachau verpasst zu haben. Ich meine damals davon gehört zu haben und ich hoffe ich hatte wirklich schon was vor an dem Abend und war nicht nur zu faul, hinzugehen. Das erstemal bin ich vor zwei Jahren über 'The National' gestolpert, als diese allzu prominent auf Maltes Festplatte danach drängten, herunterkopiert zu werden. Malte sprach von Ihnen in einer Selbverständlichkeit, die einen verstummen lässt und nicken und nicht zulässt, das man den Namen wieder vergisst. Wie viele dieser gesichtslosen Bands habe ich sie dann lange auf meinem MP3 Player geladen mit mir herumgetragen, einige davon später dann live gesehen - 'Nada Surf' und 'I am Kloot' zum Beispiel. Nicht so 'The National'. Dann kam der hymnisch-schöne Artikel in der SZ zum Konzert, der mir den Verlust deutlich, aber auch ein perfektes Geburtstagsgeschenk für André in die Hände spielte: die neuen Platte, High Violet. Atemlos die Zeile 'Sorrow is a girl inside my head' bewundert, vielleicht verhört, 'in a cave' könnte sie auch sein, aber es macht nichts, und es bleibt nicht die einzige Zeile, die sich einbrennt und nicht loslassen will. Die Musik geht unter die Haut, und so sitze ich Freitag abends zu Hause, höre Youtube Videos von dem Live Konzert in der Brooklyn Academy of Music am 15. May 2010, lese den höchst zitierens- und behaltenswerten Artikel der New York Times und fühle mich zu Hause, in mir, ganz leise.


P.S.: Julia Stiles im Publikum, ab 6:15 oder so. Nice.

Dienstag, 7. September 2010

Stomp: BROOMS

Sonntag, 5. September 2010

Laufen, 05.09.2010

Nach einem quäkigen "aber nur eine Runde, ja?" laufen wir die längste Runde in diesem Jahr bisher, 72:31 Minuten, 8,6 km. Den gewohnten Weg durch den Bavariapark und die Neubausiedlung in den Westpark hinein, diesmal aber kein umdrehen an der Brücke zwischen West- und Ostteil sondern den westlichen Abschnitt noch mitgenommmen. Hier erwarten uns dann eine weidende Wildgänseschar, eine Outdoorstunde des Freitzeitsport Münchens und das Tramfair Openair auf der Seebühne. Um die und den See gehts drumrum, nach den Schaugebäuden der BuGa plus Buddhastatue, und dann wieder heim. Um die 70 Minuten vollzumachen gibts noch eine Extrarunde im Bavariapark und erst ganz am Ende dieser fängt das rechte Knie ein bisschen an zu zwacken. Ansonsten geht es überraschend gut, denke ich, sacke dann aber ganz schön ab als wir wieder zu Hause sind. Gewohnter Schnitt von 8:25. Fertig.

Donnerstag, 2. September 2010

Sommerrätsel: Isar

Die SZ sommerrätselt und ich will miträtseln, natürlich Wochen zu spät, zu gewinnen gibts nichts mehr - aber die Schnitzeljagd kann man trotzdem noch und wird Spaß machen. 24 Abbildungen zeigen Gebäude, Schilder, Szenen die wiedergefunden werden wollen, an der Isar zwischen Deutschem Museum und Friedensengel mit Praterinsel, dem Maximilaneumsteil des Englischen Gartens und noch einigen Brücken. Chrisse und Frau Hase werden eingepackt und am Ende haben wir 23 von 24 Bildern gefunden, alle Fragen (nahezu) richtig beantwortet und einen schönen Sonntagnachmittag verbracht. Impresaria, nicht nur der gefundenen Motive:















Montag, 30. August 2010

Laufen, 30.08.2010

Wieder arbeiten, Montag Morgen und um viertel nach fünf wache ich auf und kann dann nicht mehr einschlafen. Vor Aufregung und Vorfreude. Eh klar, oder? Was liegt näher, als gleich mal langgehegte Vorsätze in die Tat umzusetzen und vor der Arbeit laufen zu gehen. Um 6 etwa gehts los, bei noch etwas düsterem Licht und 'nicht wirklich Regen, könnte aber heut nochmal' und den Pfützen von nächtlichen Schauern. Während ich laufe, um die Wiesn einmal drumrum wirds heller, aber nicht belebter - einige wenige Menschen um mich rum hasten zur Arbeit, aber die frühmorgendlichen Läuferschwaden, die ich erwartet hatte, treffe ich nicht. Zu früh, zu kurz nach dem Wochenende, zu schlechtes Wetter, oder laufen die woanders? Alleine läuft man einfach immer schneller - drei Kilometer in 20,44 Minuten - ein 6:54er Schnitt. Und dann hinten noch zwanzig Geländerliegestützen dran. Ordentlich.

Sonntag, 29. August 2010

Les Six

"Ich will, dass mir jemand Musik schreibt, in der ich wohnen kann wie in einem Haus."

- Jean Cocteau, Der Hahn und der Harlekin, 1918.

Donnerstag, 26. August 2010

MittWoch 8: draußen

"Eine Hand in der Tasche wie im letzten Jahr und nem Lächeln das früher mal schöner war." Lacher & Schmidt: Sommer in der Tasche.

Ab ins Institut, und den Schlüsseltransponder abgeben, für den ich inzwischen wirklich gar keine Verwendung mehr habe. Ich schaffe es erfolgreich, mal niemanden zu treffen, und bekomme von Frau Rosenschon dann eine schicke Bestätigung - das Geld wird überwiesen, irgendwann mal, denn Frau Sigl ist im Urlaub. Margit ist schon in der Stabi und hat mir einen Platz freigehalten- so verarbeite ich die nächsten Stunden meine ambitionierten Versuche von gestern - am Ende werde ich sie rausnehmen aus der Biographie und ins Vorwort schieben, so geht das. Am Vorwort schreibe ich außerdem eine halbe Seite, die mal nicht mit "Gustav Schwab ist heutzutage kaum mehr im kulturellen Gedächtnis verblieben, sieht man von seiner Zusammentragung der antiken Sagen ab, die ...." beginnt, sondern halbwegs okay ist, vielleicht, aber eigentlich ist Vorwortschreiben ohnehin nur Beschäf-tigungstherapie. Ansonsten schreibe ich nur einen halben Übergangssatz über den Tag verteilt, obwohl ich viel lese - über Schwabs Vater, der aus Ilsfeld stammt, über Ilsfeld, in dem auch Kerners Mutter gestorben ist und über Herzog Karl Eugen, der neun war, als er Herzog wurde, und nicht mehr erlebt hat wie Württemberg 1806 zum Königtum wurde. Um sieben gehe ich dann, nach zwei schönen Pausen mit Margit, erschlagen irgendwie und fiebrig. Das Wetter weiß auch nicht so recht, ob es gut oder schlecht sein will. Und weil das so keinen Spaß macht und das ja auch nicht sein kann, beschließe ich dass es das dann war - Donnerstag und Freitag mache ich Urlaub und dann kommt das langersehnte freie Wochenende mit dem Schatz. Auch wichtig. Gedisst: 7 Stunden. Mit gefühlt mäßigem Erfolg. Aber es geht weiter.

Mittwoch, 25. August 2010

DiensTag 7: Es schauert

"Heute ist nicht morgen, sondern jetzt." - Lacher & Schmidt: Eingetauscht.

Ich beschließe, dass von zu Hause arbeiten auch funktionieren muss, und ich das heute gleich nachweisen werde. So sitze ich am eigenen Schreibtisch, lese Eibls Die Entstehung der Poesie und weiß wieder, warum ich das studiert habe. Die Bücherstapel links werden größer, setzen sich aus verfügbaren Biographien der kleinen Eigenbibliothek zusammen und füttern tausend Gedanken und müssen - eigentlich - nur noch in eigenes transferiert werden. Und auch das klappt, halbwegs - ich versuche noch kurz die Bremse reinzusetzen, aber natürlich will ich wieder das gesamte 19. Jahrhundert und ohnehin alles und die Menschheit erklären in der eigenen Arbeit. Und manchmal ist das auch okay so. Im großen Tatendrang erledige ich noch alle möglichen Überweisungen, forsche Afrika hinterher und mache noch einen Friseurtermin gleich für denselben Tag aus. Deshalb muss ich schon halbwegs früh abbrechen, entkomme aber wenigstens knapp einem Instant-Gewitter, das mächtig genug erscheint, das komplette ZOB wegzuspülen, einfach so. Haare kurz gehts später zum Geburtstagswochen-Geburtstagsnachfeiern mit der urban family, Quiche und Gösser Naturradler. Unglaublich schön, aber ich bin auch total erschlagen und muss dann recht früh schon heim und ins Bett zum schlafen, um wenigsten halbwegs am nächsten Morgen ausgeruht zu sein, wenn die Handwerker zu lärmen anfangen, um acht. Gedisst: 5 Stunden, eine neue Seite, ambitioniert.

Dienstag, 24. August 2010

MonTag 6: Nur noch mit Karte.

"Wüsst ich wo das ist, ich würds Heimat nennen." - Lacher & Schmidt: Heimat.

Ich komme nur halbwegs gut aus den Federn, bin spät dran und muss nochmal umpacken - denn das gute Wetter verheißt wieder Fahrradfahren. Gestern erst quer durch die Stadt nach Giesing, neues Baby und liebste alte Freunde besuchen, heute die gewohnte Strecke über Circus Krone, Cinema, Königs- und Karolinenplatz, Schellingstraße und dann reihe ich mich ein in die Fahrradmassen vor der Stabi. Ich holpere ein bisschen durch Verfügbarkeitsanalysen - ob das wohl noch jemand in fünf Jahren interessiert? - und treffe dann Mittags die Medi, nicht ohne allerdings zuvor zwei, drei, vier bekannten Gesichtern über den Weg zu laufen. Univiertel ist manchmal wirklich schwer zu ertragen. Der Atzinger hat inzwischen einen Biergarten hinten im Hof vor Schelling 7, der aber leer ist, wir setzen uns lieber an die Straßentische, quatschen, essen und wandern zum Kaffee dann in die Germanisten-Cafete in Schellingstraße 3, zum Revival, wie Medi es nennt, und kurz drauf bemerkt, dass sie ja hier nie saß. Der Kaffee ist in Ordnung, aber schwer zu erringen - zu viert stehen wir vor der Kasse und erfahren, dass man hier nur noch bargeldlos bezahlen kann, man braucht eine Karte vom Studentenwerk, die ich zwar habe, aber zu Hause, und alle anderen gar nicht. Wir überlegen, den Kaffee einfach stehen zu lassen, fragen aber höflicherweise nach, wo es denn die Karten gäbe. Bei ihr. Aha. Mit dieser nicht unkommoden Ansage hinterm Berg zu halten angesichts der wachsenden Schlange vor der Kasse muss tiefliegende Gründe haben, die nicht auf den ersten Blick einleuchten, aber sicher fundamental sind und wir erstarren in Ehrfurcht. Margit geht früh, ich dann auch, und komme dabei in die ersten Regentropfen und bin froh, dass es mit dem guten Wetter wohl schon wieder vorbei ist. Zuhause habe ich die beste Vorsätze, weiterzumachen, die ich dann aber wieder nicht einhalte - das hebt die Stimmung nicht. Gedisst: 4 Stunden, mit mässigem Erfolg und etwas Stabi-müde.

Montag, 23. August 2010

Laufen, 22.08.2010

Desaster in Kleinform: Brennende Hitze, und wir kämpfen uns durch das inzwischen recht dichte Himmelbergunterholz, das definitiv lichter war, als ich klein war, dazu Myriaden von Schnacken, und Brennesselbüschen; ein Waldlauf in Mittagshitze war möglicherweise doch nicht die beste Idee. Oder auch Idylle: Auf kaum sichtbar ausgetretenen Waldpfad laufen wir langsam aber stetig den Himmelbergwald hinauf, auf nadelbedecktem weichen Waldboden, licht erstrecken sich die Bäume den Hang hinunter, während sich die Sonne durch die Blätter stiehlt, und wir eine Farninseln kreuzen. Mal sehen was die Erinnerung damit macht, die knallharten Fakten sagen: 13 und 12 Minuten Berglauf bei brütender Mittagshitze, ich buche das als Leistung ab.

FreiTag 5: Urlaub

"... und wart drauf dass du dich regst." Lacher & Schmidt: Küss mich.

Ich fühle mich etwas fiebrig und beschließe, dass ich Urlaub habe und nicht in die Stabi gehen muss, wenn ich nicht will. Weil die Sonne scheint werden Pläne gefasst, nachmittags auf die Süddeutsche Zeitungs Bildersuche zu gehen an der Museums-Insel, mit Kamera, und dann aufs Sommerfest der Isarstrandbar in der ich immer noch nicht war. Dann bleibe ich aber doch zu Hause, hänge Urlaubsgerecht ab, putze die Wohnung durch, mache Milchreis und korrigiere ein bisschen durch die Diss. Später Weißweinschorle und drei leichtverdauliche Filme, zwei davon kann ich damit von der Lovefilm Leihliste streichen. Gedisst: 2 Stunden, irgendwo auf Seite 8. Abhängfaktor: Hoch und gut. Man darf auch mal faul sein, beschließe ich.